Samstag Abend um 20.15 Uhr war, und mag es immer noch sein, die mit Abstand beliebteste Fernsehzeit der Woche. Nicht umsonst wurden und werden zu dieser Uhrzeit die großen Fernsehshows platziert. Was früher „Wetten dass..?“ war, ist heute zum Beispiel „Schlag den Star“. Keine Lust auf Shows? Kein Problem! Irgendwo läuft schon ein guter Film und zur Not gibt es immer noch genug Streaming Anbieter, denen man sein sauer verdientes Geld in den Aboschlund werfen kann. Ja ja…gute Filme. Das Erlebnis wonach sich Filmfans seit jeher und beständig auf die Suche begeben. Ich bin da nicht anders. Ich mag gute Filme mit einer Geschichte die fesselt, Schauspielern, die der Handlung Leben und Tiefe einhauchen, dazu Kameraarbeit und Sets, die das alles auch noch gut aussehen lassen. Nach solchen Filmabenden geht man dann, idealerweise, bestens unterhalten ins Bett. Das ist er, der klassische Ansatz.
Aber gibt es noch was abseits des ausgetretenen Pfads? Ist für das Gefühl, bestens unterhalten worden zu sein, zwangsläufig ein „objektiv“ guter Film nötig? Müssen es immer mindestens 8 oder 9 Punkte bei IMDB sein? Ganz generell gesprochen und auf bösartigste Weise jegliche Ausnahmen außer Acht lassend, hätte ich dem Ganzen früher vermutlich unumwunden zugestimmt. Ich war damit Teil der Zielgruppe einer jahrelangen Programmaktion eines deutschen Privatsenders, der, nach eigener Aussage, nur die besten Filme zeigte, die jemals gemacht wurden. Doch eines Abends eröffneten zwielichtige Gestalten in zwielichtigen Fahrzeugen den Blick auf einen zwielichtigen Pfad. Den Pfad der Scheißfilme. Das großartige Format SchleFaz kam in mein Filmleben und hat es nachhaltig verändert. Gegessen war die Suche nach den besten Filmen. Auf humorige und alkoholgeschwängerte Art setzte sich die Erkenntnis fest, dass es soviel mehr gibt und man damit, Achtung Achtung, eine Menge Spaß haben kann.
Wenn die vermeintlich sichere Straße der Filme mit den guten Reviews in Richtung der dunklen Cineastiksümpfe verlassen wird, ist die Chance groß auf schlechte Darsteller zu stoßen, die beschissene Drehbücher in sehr hässlichen Szenerien umsetzen. Der Kopf ist eine Stelle, an die sich dabei viel gepackt wird, wenn Logiklöchern auftauchen oder wirklich dumm geschriebene Charaktere noch dümmere Entscheidungen treffen.
Aber, und das soll hier die Kernerkenntnis sein, diese Filme sind zum Teil trotzdem unglaublich unterhaltsam. Werke wie Sandsharks, Tammy and the Teenage T-Rex, Das Söldnerkommando oder Space Truckers sind zwar wirklich nicht gut, können einem aber trotzdem eine wirklich gute Zeit bereiten. Öffnet sich der Kopf und das Herz also für etwas mehr filmischen Mist im Leben, ist die Chance gut, dass noch mehr Abende mit einem guten Gefühl beim Einschlafen ausklingen. Was zu Lachen gab es aber auf jeden Fall.