Transcendental Noise – Juni 2026

Die erste Hitzewelle 2026 ist irgendwie überstanden. Was wir uns nicht an Musikgeschmack aus dem Leib geschwitzt haben, hat hier einen kühlen Platz bekommen:

1) Castle Rat – Wizard

            Es ist immer wieder wunderbar, wenn einem das Leben (diesmal in Form lieber Menschen) musikalische Perlen vor die Füße legt. Heute: Castle Rat. Da ist die 80er Jahre Fantasythematik, die sich, im positivsten Sinne, in teils schrägen Kostümen ausdrückt. Das Ganze wird dann in richtig gut gemachten klassischen Doom Metal verpackt und veredelt von der Sängerin Riley Pinkerton. Beste Voraussetzungen also. Und man wird nicht enttäuscht. Wizard ist ein großartiger, grooviger und kraftvoller Song, bei dem eigentlich die ganze Zeit das imaginäre Schwert in die Luft gereckt werden will. Absolut großartig!

2)  Cantique Lépreux – Le feu secret

            Mit atmosphärischem (Black) Metal ist das immer so eine Sache. Der Grat zwischen großartig und käsig bzw. belanglos ist zum Teil extrem(st) schmal. Was auch das größte Problem ist, das ich mit dem Genre habe. Jetzt wurden mir Cantique Lépreux mit dem Worten „Das hören wir jetzt mal“ vorgesetzt und ich muss sagen: Kein Käse, dafür Tiefe, (offensichtlich) Atmosphäre und Abwechslung. Ein gutes Beispiel, wie man dieses Genre spannend umsetzen kann.

3) Moonsorrow – Tulimyrsky

            „Die EP hat ja nur einen neuen Song“, ist eine Beschwerde, die bei sehr sehr vielen Bands bzw. Musikschaffenden absolut berechtigt ist. Und dann gibt es da Moonsorrow. 

4) The Ruins Of Beverast – Cathedral of Bleeding Statues

            Ganz grundlegend ist The Ruins of Beverast ja eine sichere Bank. Gute Songs, geile Alben. Nur hat mich die Vorgängerscheibe zur aktuellen Tempelschlaf ausnahmsweise mal nicht so abgeholt. Aber das war einmal und jetzt bin ich wieder komplett dabei. Cathedral of Bleeding Statues ist dabei nicht nur ein cooler und empfehlenswerter Song, er blieb mir auch wegen auch eher schrägeren Textzeilen im Ohr…ist jetzt aber keine Beschwerde.

5) Hypocrisy – Fire In The Sky

            Die Entstehung dieser Ausgabe der Playlist fällt genau in die Juni Hitzewelle (oder was wir in einigen Jahrzehnten vermutlich einen „normalen Sommer“ nennen werden). Da mag man es einen netten Zufall nennen, dass das Schicksal ausgerechnet Fire in the sky durch die Boxen gejagt hat. Sehr passend und auch generell ein toller Song, der immer geht.

/Barry

1) Tom Misch, Yussef Dayes – Tidal Waves

            Vor wenigen Wochen hatte ich einen dieser seltenen Momente in denen die Tür zu einer ganz neuen Musik aufgestoßen wird. Daran beteiligt war mein Bruder und die aufgeführten Tom Misch und Yussef Dayes. Mein Bruder hatte nämlich das Verlangen sich endlich mal mit Jazz zu beschäftigen und hat das What kinda music Album der beiden genannten Künstler mitgebracht. Hier steckt neben Jazz wohl auch eine Menge Soul, Funk und ich weiß nicht was drin und strahlt in erster Linie smoothes Wohlbefinden aus. Ich bin auch immer noch verwirrt aber es ist halt auch sehr sehr gut!

2) Simon Moullier – Fuji

             Der Abend endete dann darin, dass wir auf dem Balkon sitzend uns durch unterschiedlichste Jazz Künstler quer gehört haben. Mein Bruder hat dann beschlossen auch mit dem Platten sammeln zu beginnen und im Anschluss das neue Album von Simon Moullier bestellt. Wenn ich dem Genre einen Namen geben müsste, würde ich es wohl Bar Jazz nennen. Das klingt alles erstmal sehr chaotisch und gleichzeitig auch geplant.

3) Aluk Todolo – Lux 2

            Und dann ganz langsam wird mir bewusst, dass das Chaos gepaart mit einzelnen Melodien, die sich untermogeln, ja auch genau das ist, was ich oftmals in extremer Musik suche. Beste Beispiel: Aluk Todolo. Hier steckt viel drin zu entdecken aber halt eben auch Jazz.

4) Sleep – Have Spacesuit will Travel

            Genauso schön wie es gerade ist diesen neuen musikalischen Raum Jazz zu erkunden und bereits bekannte Gesichter wieder zu entdecken ist es, neues Material von alten Helden zu hören. Es gibt neues Sleep Material und vermutlich folgt da über kurz oder lang auch ein ganzes Album. Ohne Matt Pike, was sich etwas falsch anfühlt, aber auch akzeptabel da ich auch einfach ein großer Fan von Al Cisneros bin.

5) Bardo Pond – In every Dream Home a Heartache

            Bardo Pond sind nun auch schon seit längerem regelmäßiger Gast in meiner Playlist und das natürlich völlig zu Recht. Der hier aufgeführte Song ist tatsächlich ein Cover des gleichnamigen Songs von Roxy Music. Ich sag’s ganz ehrlich, das hat mich etwas überrascht. Bardo Pond klingen für mich immer nach einem Unfall in Zeitlupe bei dem alle Beteiligten sich langsam, aber sicher dem Licht am Ende des Tunnels nähern. Mit dem Cover einer Art Rock Band hatte ich nicht gerechnet. Trotzdem vorzüglich!

/Kepheus

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